Die Fantasie spielte in der Klaviermusik der Wiener Klassiker eine verhältnismäßig geringe Rolle. Beethovens einziger Beitrag wird der Gattungsbezeichnung insofern vollkommen gerecht, als das 1809 komponierte Werk nach einer Formulierung seines Schülers Carl Czerny „ein getreues Bild von der Art, wie er zu improvisieren pflegte“, gebe. Bei wechselnden Tempi und Tonarten werden unterschiedliche musikalische Gedanken präsentiert, die relativ spät in ein geschlossenes Allegretto in H-dur in Variationenform als eigentlichem Ziel einmünden. Es ist denkbar weit vom düsteren Beginn in g-moll entfernt. Das anspruchsvolle Werk liegt nun auch als Einzelausgabe im Henle-Urtext vor.