Bartóks „Rumänischen Weihnachtsliedern“ liegen Volksweisen zugrunde, die als Teil eines heidnischen Winter-Sonnenwend-Brauchs auf Bartók „eher einen wild-kriegerischen als einen fromm-religiösen Eindruck“ machten. Trotzdem wählte er aus diesen „Colinde“ 20 Melodien, um sie als Weihnachtslieder zu veröffentlichen. Waren diese in der Erstausgabe 1918 noch „ohne Oktavspannung“ für kleine Kinderhände konzipiert, so bereicherte Bartók seine revidierte Ausgabe 1936, die wir hier vorlegen, in einem Anhang mit „Änderungen für den Konzertvortrag“, die die Bühnenreife dieser Miniaturen belegen. Die auf der Bartók-Gesamtausgabe basierende Urtextausgabe integriert diese Konzertvarianten erstmals direkt in den Notentext, zudem geben Melodien und Übersetzungen der „Colinde“ Einblick in die Ursprünge dieser etwas anderen Weihnachtsmusik.