Franz Schubert

Violinsonate (Violinsonatine) D-dur op. 137 Nr. 1 D 384

Martin Bente (Nachwort)


Faksimile der Handschrift, Hardcover

Seiten 41 (XI+26+4), Größe 24,8 x 32,4 cm

Gewicht 607 g

HN 3208 · ISMN 979-0-2018-3208-1

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  • Violinsonate (Sonatine) D-dur op. 137 Nr. 1 D 384

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Vorwort

Über den Komponisten

Franz Schubert

Franz Schubert

Er ist nicht nur Inaugurator des Kunstliedes und dessen bedeutendster Komponist im 19. Jh., sondern hat in seinen Instrumentalwerken ein der Wiener Klassik entgegengesetztes kompositorisches Konzept verwirklicht. Seinen „himmlischen Längen“ liegt eine Zeitgestaltung zugrunde, die nicht nach dem Prinzip der Prozessualität funktioniert, sondern das Verweilen thematisiert; Veränderungen geschehen meist nicht in kontinuierlicher Entwicklung, sondern durch einen plötzlichen Einbruch. Seine kunstvollen Lieder widersprechen dem Einfachheitsideal der zeitgenössischen Liedästhetik und begründen das Kunstlied des 19. Jh.s, sie gelten als vorbildlich für die nachfolgenden Komponistengenerationen; sie werden durch komplexe Harmonik, Integration von Idiomen der Instrumentalmusik, semantischen Modellen und einem neuen Verhältnis zwischen Text und Musik bestimmt, indem das Gedicht durch die Komposition insgesamt interpretiert wird statt nur durch das Ausmalen von einzelnen Textworten. Sein trotz kurzer Lebenszeit immenses Œuvre umfasst 600 Lieder, darunter seine beiden berühmten Liederzyklen; 7 vollendete und mehrere unvollendete Sinfonien (darunter die „Unvollendete“ h-Moll), weitere Orchesterwerke; zahlreiche Kammermusikwerke; 14 vollendete und mehrere unvollendete Klaviersonaten sowie weitere Klavierstücke, Tänze für Klavier und vierhändige Klavierwerke; 6 Messen und andere geistliche Kompositionen; zahlreiche Stücke für Chor bzw. Vokalensemble, vor allem für Männerstimmen. Obwohl er auch zu jedem Genre des Musiktheaters beigetragen hat und ihm von seinen Freunden eine Opernkarriere vorausgesagt wurde, wurden von seinen 10 vollendeten Opern nur zwei zu seinen Lebzeiten sowie die Schauspielmusik zu „Rosamunde“ aufgeführt.

1797Er wird am 31. Januar in Himmelpfortgrund bei Wien als Sohn eines Lehrers geboren. Erste Klavierstunden bei seinem Bruder Ignaz, Violinunterricht im Alter von 8 Jahren bei seinem Vater.
Ab 1808Sängerknabe in der Hofkapelle; Besuch des kaiserlich-königlichen Stadtkonvikts, er spielt Violine in deren Orchester. Unterricht bei Antonio Salieri, der den von Mozart, Haydn und Beethoven Begeisterten von der ital. Oper zu überzeugen versucht. Erste erhaltene Kompositionen.
1811Komposition seines ersten Liedes „Hagars Klage“.
1813–14Besuch der Normalhauptschule, danach unterrichtet er in der Schule seines Vaters.
1813/14Komposition der Zauberoper „Des Teufels Lustschloss“ und der Sinfonie Nr. 1 D-Dur in klassischer Form.
1814Komposition der Messe F-Dur D 105. Er schreibt Lieder, die er nach Dichtern gruppiert, z. B. nach Matthisson und Goethe, darunter „Gretchen am Spinnrade“, das den Beginn des Kunstliedes markiert.
1815Komposition der Singspiele „Claudine von Villa Bella“ nach Goethe und „Der vierjährige Posten“. Vollendung der Sinfonie Nr. 2 B-Dur und Komposition der Sinfonie Nr. 3 D-Dur sowie der Messen Nr. 2 G-Dur und Nr. 3 D-Dur; u.a. das Lied „Erlkönig“.
1816Komposition von 110 Liedern, der Sinfonien Nr. 4 c-Moll und Nr. 5 B-Dur, der Messe C-Dur. Er verlässt das elterliche Haus, unterbricht seine Lehrerstelle und zieht zu Schober.
181760 Lieder, darunter die bekannten „Der Schiffer“, „Ganymed“, „An die Musik“, „Die Forelle“, „Gruppe aus dem Tartarus“, „Der Tod und das Mädchen“. Allmählich werden seine Kompositionen (sein Œuvre umfasst bereits rund 500 Werke) aufgeführt. Rückkehr ins Elternhaus.
1818Er unterrichtet die Töchter des Grafen Johann Karl Esterházy. Komposition von vierhändigen Klavierstücken.
um 1819Komposition des Klavierquintetts A-Dur („Forellenquintett“).
1820Uraufführung des Melodrams „Die Zauberharfe“ und des Singspiels „Die Zwillingsbrüder“ in Wien. U. a. Lied „Frühlingsglaube“.
1821Erste Schubertiade: geselliger musikalisch-literarischer Abend des Schubert-Kreises. Publikation der Lieder „Erlkönig“ und „Gretchen am Spinnrade“ sowie weiterer Goethelieder und von 36 Tänzen.
1821–22/54Komposition/Uraufführung von „Alfonso und Estrella“, einer der frühen durchkomponierten dt. Opern.
1822Vollendung der Messe As-Dur; Sinfonie Nr. 7 h-Moll („Unvollendete“); Wandererfantasie C-Dur für Klavier, die in einem Satz die vier sinfonischen Satzcharaktere vereint.
1823Komposition des Singspiels „Die Verschworenen“ (Uraufführung in Frankfurt a. M. 1861), der heroisch-romantischen Oper „Fierrabras“ (Uraufführung in Karlsruhe 1897) und der Schauspielmusik zu „Rosamunde“, die in Wien uraufgeführt wird. Liederzyklus „Die schöne Müllerin“, Lieder u. a. „Auf dem Wasser zu singen“, „Lachen und Weinen“; Klaviersonate a-Moll D 784.
1824Nochmals Lehrer der Kinder des Grafen von Esterházy. Streichquartett d-Moll („Der Tod und das Mädchen“). „Wandrers Nachtlied“ („Über allen Gipfeln ist Ruh“). Die Klaviersonate gewinnt an Gewicht.
1825Lange Ferienreise, u. a. nach Gmunden-Gastein, dort Komposition der Großen Sinfonie C-Dur (Nr. 9 bzw. 8), in der die klassische Form erheblich erweitert wird (z. B. Horn-Motto am Beginn, Zeitgestaltung).
1827Liederzyklus „Winterreise“ (Kontrast von Traum- und Realitätsebenen); Deutsche Messe; 4 Impromptus für Klavier; Klaviertrios B-Dur D 898 und Es-Dur D 929.
1828Publikation der 6 „Moments musicaux“ für Klavier. Komposition der letzten 3 Klaviersonaten c-Moll, A-Dur und B-Dur (letztere mit der Tendenz zum Esoterischen), des Sonatensatzes a-Moll (Lebensstürme) für Klavier zu 4 Händen, der Messe Es-Dur. „13 Lieder nach Gedichten von Rellstab und Heine“ (postum „Schwanengesang“). Im März Konzert, das nur seiner eigenen Musik gewidmet ist. Er stirbt am 19. November in Wien.

© 2003, 2010 Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart

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Über die Autoren

Martin Bente

Martin Bente (Nachwort)

Dr. Martin Bente, geb. 1936 in Straßburg/Elsass, studierte in Kiel (1957–60) und ab 1960 – als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes – in Tübingen Musikwissenschaft, Evangelische Theologie und Historische Hilfswissenschaften. 1966 promovierte er mit einer Dissertation über „Neue Wege der Quellenkritik und die Biographie Ludwig Senfls. Ein Beitrag zur Musikgeschichte der Reformationszeit“, für die er von der Philosophischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen mit einem 1. Preis ausgezeichnet wurde. Danach war er dort Wissenschaftlicher Assistent.

Seine Dissertation verhalf Bente 1968 zu einem Forschungsauftrag der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft (DFG) zur Erschließung eines neuen Handschriftenkatalogs der Musiksammlung der Bayerischen Staatsbibliothek München (1989 innerhalb der Reihe „Kataloge Bayerischer Musiksammlungen“, Band V,1, im G. Henle Verlag erschienen).

Bentes freie wissenschaftliche Mitarbeit für Friedrich Blume beim „Répertoire International des Sources Musicales“ (RISM) sowie der „MGG“  machte ihn mit der editorischen und redaktionellen Arbeit eines Musikverlags vertraut. Auf Empfehlung Blumes wurde er 1969 in den G. Henle Verlag berufen, wo er zunächst als kaufmännischer Leiter tätig war, bis ihm nach dem Tod von Günter Henle 1979 die Gesamtleitung und Geschäftsführung des Verlags übertragen wurde. Seit 2000 ist er unter Fortführung mehrerer Ehrenämter im Ruhestand.

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