Den Sommer 1918 verbrachte Edward Elgar auf dem Land. Im August trafen Berichte über das baldige Ende des 1. Weltkriegs ein – die gute Nachricht beflügelte Elgars Schaffenskraft so, dass er in kaum vier Wochen einen ersten Entwurf seiner großen Violinsonate fertigstellte. Er notierte dazu lakonisch in seinem Tagebuch „Schrieb ein wenig Musik“. Seine Frau Alice war enthusiastischer: „E. komponiert herrliche neue Musik, anders als alles Bisherige aus seiner Feder“. Diese herrliche Musik erscheint nun als Henle-Urtextausgabe, herausgegeben vom britischen Geiger und Elgar-Kenner Rupert Marshall-Luck, der die reiche Quellenbasis – Skizzen, Entwürfe, autographe Reinschriften, Korrekturabzüge und die Erstausgabe – nach allen Regeln der Urtext-Kunst auswertet.